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mausi, ralli, kiki + milli
Foto oben: Der Brunnen Bodenseereiter ist ein Kunstwerk des Bildhauers Peter Lenk in Überlingen am Bodensee.
Der Brunnen wurde 1999 errichtet und vor allem als Karikatur und groteskes Denkmal für den am Ort ansässigen Dichter Martin Walser bekannt.
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Heute, am 27.6.2026
Die wunderbare Würdigung des Deniz Undav
im Weser-Kurier Bremen / Wochenendausgabe
in "Rinkes Rauten"
"Auf dem Rasen des TSV Achim habe ich auch schon einmal gespielt, lange bevor Deniz Undav dort in der F-Jugend seine ersten Tore schoss. An der Wand des Vereinsheims hängt dieser Tage ein großes Banner mit Deniz Undav im Trikot der deutschen Nationalmannschaft sowie dem Schriftzug: „Vom TSV Achim über den VfB Stuttgart zur WM“. Es ist rührend zu sehen, wie stolz man in Achim auf seinen Undav ist, der das WM-Spiel der Deutschen gegen die Elfenbeinküste mit seinen zwei Toren entschied. Und mit was für glänzenden Augen seine früheren Achimer Kameraden nun wohl auf das alte Mannschaftsfoto schauen, als würde man Einstein auf einem alten Klassenfoto finden.
Wenn man allerdings bei Werder Bremen einen Blick auf den offensiven WM-Kader der deutschen Nationalmannschaft richten sollte, dann könnten schon Fragen aufkommen: Da ist zunächst Nick Woltemade, den man erst in die Regionalliga nach Elversberg auslieh und dann ablösefrei zum VfB Stuttgart ziehen ließ. Der Rest der Geschichte ist bekannt, Woltemade Marktwert liegt inzwischen bei 65 Millionen Euro. Und dann ist da eben Deniz Undav. Er spielte bei Werder in der U15 und U17, wurde aussortiert („zu klein, zu dick“) und kam über den SC Weyhe, TSV Havelse, Eintracht Braunschweig II, dem SV Meppen und Stationen in Belgien und England zum VfB Stuttgart. Der Rest ist momentan auch sehr bekannt.
Undav im Nationaltrikot war vor dem verkorksten Spiel gegen Ecuador im Schnitt alle 36 Minuten direkt an einem Treffer der DFB-Elf beteiligt. Eine unglaubliche Quote! Er gilt jetzt als neuer Gerd Müller, als neuer „Bomber der Nation“, auch wenn die Übertreibungen zum Geschäft gehören, wie bei Niklas Füllkrug während der WM in Katar, und wir erst einmal sehen müssten, ob sich Undav zum Beispiel auch gegen eine Defensive der Franzosen durchsetzen könnte.
Viel berührender aber als die Vergleiche, die Tore und Scorer-Punkte ist die Geschichte dieses Deniz Undav mit seinen kurdisch-jesidischen Wurzeln. Der Vater stammt aus Südostanatolien, seine Mutter aus Syrien. Die Eltern überzeugten ihn auch, mit dem Fußball weiterzumachen, nach all den Enttäuschungen in seinen ersten Spielerjahren.
Mittlerweile produziert der Fußball ja Hochleistungssportler wie Automobile: ideale Körperwerte, perfekte Laufwege, einsilbige, eintrainierte Statements. Aber dann kommt dieser Undav, der irgendwie immer noch ein bisschen so aussieht wie auf dem Achimer Foto, ganz anders auf jeden Fall als zum Beispiel ein Musterschüler wie Kai Havertz.
Deniz Undav kommt nicht von einer Fußball-Akademie, wie mittlerweile die meisten, sondern aus einer Ausbildung zum Maschinenführer. Er kommt nicht aus dem Fußball-Labor, sondern vom zweiten Bildungsweg. Das Fußballgeschäft glaubt ja, alles berechnen zu können: Laufdaten, Belastungsprofile, Leistungsdiagnostik, Laktatmessungen, Pressingwerte, Zweikampfwerte, Passquote und so weiter. Und dann taucht plötzlich jemand auf, den alle Messungen längst aussortiert hatten. Und er erinnert uns daran, dass etwas im modernen Fußball schon ganz verloren gegangen war. Dass man Karrieren nicht immer planen kann. Dass Lebensläufe auch Brüche enthalten. Dass Menschen sich entwickeln können. Dass jene, die aussortiert werden, manchmal nur länger Anlauf nehmen. Dass manche Blumen eben nicht im Gewächshaus gezüchtet werden. Dass das Leben eben klüger ist als alle Talentlisten, Datenblätter, Scouting-Software.
Vielleicht mögen die Menschen deshalb diesen Undav, weil jedem von uns irgendwann schon mal gesagt wurde: Du bist zu klein, zu dick, du bist dies, du bist das. Für ganz oben wird es nie reichen. Dieser Undav antwortet darauf jetzt mit der schönsten Form der Widerrede. Mit Widertoren! Mit Undav-Toren!"
upz 27.6.2026
"Ich schlafe nie: Ich lebe und träume, oder genauer, ich träume im Leben und im Schlaf, der gleichfalls Leben ist.
In meinem Bewusstsein gibt es keine Unterbrechung: Ich nehme war, was mich umgibt,
solange ich noch nicht schlafe oder solange ich nicht gut schlafe, und beginne zu träumen, sobald ich wirklich schlafe "
Fernando Pessoa, Portugiesischer Dichter, Quelle: Das Buch der Unruhe , 342, 2.5.1932
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Die Herausgeber
Ulli Pelz & Josef Fellstein
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Pferdebeauftragte:
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